Lass uns über Liebe reden

… Liebe?!

Immer doch und liebend gerne!

Wenn es doch nur um diese Liebe ginge… diese bedingungslose Unglaublichkeit, die einem das Hirn aus dem Kopf katapultiert und man glaubt, man würde schweben und singen und fliegen und jede*r könne einem mal A…. und/oder sonstwo vorbeigehen…

Ja, schön wär‘s.

Tatsache/Realität: diese Begebenheit habe ich gerade im Kopf, als ich mit Kindergeschrei im Hintergrund just in freudiger Erwartung nach einem samstäglichen Klingeln an meiner Wohnungstür so waghalsig war, diese auch wirklich zu öffnen. Und wer stand da wohl davor?! Richtig – die Zeugen Jehovahs. Zwei Herren mittleren Alters wollten mit mir über Liebe sprechen. Ich notierte in diesem Moment, dass sich die Produkte einer längst vergangenen (körperlichen) Liebe hörbar über das Fernsehprogramm stritten und sah in zwei erwartungsvolle und bei weitem nicht sehr glaubhafte Gesichter mittelalter weißer Männer, dass Liebe tatsächlich ein seeeeehr dehnbarer Begriff ist.

Liebe………….

Betrachten wir diesen Begriff als patriarchalisch geprägten Vergangenheits- und Sicherheitsduktus, erscheint er uns als recht romantisch.

Und nun komme ich: das ist er nicht.

Liebe soll uns als egal wie sexuell gelesene Individuen vorgaukeln, dass wir patriarchale Strukturen akzeptieren und tolerieren (klar geht‘s da nur ums Ficken). Dabei ist es gar keine Liebe.

(Ich gehe prinzipiell von einem Grundverständnis meiner Texte aus – aus diesem Grund fange ich nicht damit an nach schulischer Art meine Aufstellungen mit Begründungen zu untermauern. Dazu ist die Kommentarfunktion da – schreibt mir doch einfach.)

Wo war ich?

Ach ja…

Wir sind es gewohnt, bestimmten Begriffen eine individuelle Bedeutung zu geben. Das ist ja auch grundsätzlich richtig so. Nur bei meinem Spielfilm “Die Zeugen Jehovas“ mit der Titelmelodie „mental stressiges Kindergeschrei“ bin ich unsicher, ob sich meine Vergangenheitsmodalitäten einfach so in echte Lebensrealitäten übersetzen lassen.

Und da wären wir bei Religionskritik.

Ich habe mit meiner kleinen Anekdote tatsächlich keine der „großen“ Religionen direkt angesprochen – dies hole ich nun gerne nach.

Ich gehe mal davon aus, dass sich kein bekennender Katholik vor eine anonyme Tür stellt, um auch wirklich zu klingeln. Und dann auch noch einen Satz von der Relevanz einer unbedingten Bedeutungslosigkeit da zu lassen… nichts desto trotz habe ich permanent damit zu tun. Vor allem wenn es um Liebe geht – woher haben wir denn das Verständnis dafür? Ist es nicht Jesus gewesen, der als grundsätzlich männlich gelesener Mensch stellvertretend für einen alten weißen Mann die Liebe in den Menschen allgemein bringt?!

Als nichtgläubige Ostdeutsche halte ich dieses Verständnis für einen unglaublichen Schwachsinn.

Und gelebte Stereotypen verstärken das Verständnis dafür. Und: Wir können ja gar nichts dafür – ich persönlich werde nur einfach furchsteufelswild, wenn ich auf Menschen treffe, die diese Umstände als gegeben annehmen und nicht in der Lage sind, daran etwas zu ändern.

Liebe …………. das ist doch so viel mehr. Das lehrt uns kein mittelalter weißer Mann und dessen alter Vater. Das lehrt uns das Miteinander, unsere Begegnungen ohne doppelten Boden, ja auch bestimmt auch unsere Familienbünde (obwohl ich mir da mir da nicht mehr so sicher bin) und unsere Gefühle. Sie zuzulassen, ohne Angst, ohne Vorbehalte und in unbedingter Absolutheit ist doch eine Erfahrung, die ich jedem Menschen wünsche.

Doch dazu gehört Mut und Menschlichkeit.

Und sollte es eine Art von Sicherheit bedürfen – dann auch Humanichat. Bitte, gerne!

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