Sach ma – hackt’s?!

Mein Tweet von gestern: WAS IST DAS NUR FÜR EINE BLÖDE VERFICKTE DRECKSSCHEIẞE, DASS MEINE FREUNDIN WEITERHIN AUF DER GERIATRIE ARBEITEN MUSS OBWOHL SIE CORONA POSTIV IST, HAB ICH GEFRAGT!!!!11111!!!

Jut, ist jetzt nicht der tollste Umgang mit diesem Thema und eigentlich sollte meine Wut in geballter Form lediglich die maximale Zeichenanzahl passen.

Zum Hintergrund:

Meine „weibliche bessere Hälfte“ wie mich meine Freundin liebevoll nennt, ist Altenpflegerin auf einer Geriatrie, Praxisanleiterin und einer der stärksten und mutigsten Menschen, die ich kenne und schätze. Ich kann den exakten Zusammenhang nicht rekontruieren, aber meines Erachtens hat es sich so angespielt: Zusätzlich zum eh schon menschenunwürdigen und komplett chaotischen Zustand auf einer Station einer beliebigen Pflegeeinrichtung kam das Virus zu Besuch. Es nistete sich gemütlich in seinem Wirt oder seiner Wirtin ein und zeigte nach und nach (Aus)Wirkungen des Nestbauprinzips. Dass währenddessen aufgrund von fehlender Schutzausrüstung diverse anderen Menschen und vor allem die, die sich näher mit den Gastwirt*innen beschäftigen wie meine geliebte Freundin, weitere Übertragungen unabdingbar und nicht sonderlich verwunderlich sind, brauche ich nicht zu sagen.

Und so kam es, dass meine Freundin mit akuten Symptomen ein Wochenende lang ans Bett gefesselt war. Direkt „danach“ ist von ihr verlangt worden, dass sie zur Arbeit erscheint und ihren Dienst an der Menschheit verrichtet. Sie tat es – vor allem auch, weil sie sich nicht nur empathisch verpflichtet fühlt, sondern auch mit ihren Arbeitskolleg*innen verbunden.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es sich das Virus schon so richtig gemütlich gemacht innerhalb seiner Wirtsleute, unbemerkt und nicht nachgewiesen. Erst als es letztens die ersten Schließungen der Gastwirtschaft wie es so schön heißt, sprich Tote, gab, wurden auch die Pflegenden getestet und siehe da! Meine Freundin hat nun das Vergnügen 2 Wochen in Quarantäne mit ihrer Familie zu verbringen, da sie natürlich alle weiteren Mitglieder ihrer Gemeinschaft angesteckt hat.

Und nun frage ich nochmal: WAS IST DAS NUR FÜR EINE BLÖDE VERFICKTE DRECKSSCHEIẞE, DASS MEINE FREUNDIN WEITERHIN AUF DER GERIATRIE ARBEITEN MUSS OBWOHL SIE CORONA POSTIV IST, HAB ICH GEFRAGT!!!!11111!!!

In was für einer Welt leben wir eigentlich???

Ich fange nun nicht mit der strukturellen Problematik an, dass wir aufgrund unserer kapitalistischen Einwegstraße, die wir schon viel zu lange ohne Gegenverkehr gefahren sind, unsere solidarische und lebenswürdige Gesellschaft kaputt machen.

Wann ist denn der Zeitpunkt gekommen, an dem wir alle mal unsere Augen und Ohren öffnen?! Und dann mal, nachdem da was im Oberstübchen rotiert hat, Entscheidungen für mehr Menschlichkeit treffen?!

Oder soll das tatsächlich „nachdem es mal vorbei ist“ (obwohl es meines Erachtens niemals wieder vorbei sein wird) einfach so weitergehen wir bisher?! Ich muss enttäuschen: es wird niemals vorbei sein – die seelischen Traumata, die jede*r von uns in individueller Form davon tragen wird, werden so vielschichtig sein, wie die großartige Aufgabe, die nun vor uns liegt.

Und ja, ich bin sehr ungeduldig, was das angeht… (immerhin geht’s hier um Leben)…

Warum schaffen wir es nicht, es zukünftig mal richtig zu machen?!

Sprich: fuck off Exceltabelle! Dich braucht doch kein Mensch – oder lass Dich meinetwegen von einem Typen bearbeiten, der eh keine Ahnung hat, wozu echte homo sapiens im sog. Anthropozän fähig sind.

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