Schön wär’s, wenn’s schön wär

Der folgende Text ist eine Nachbereitung meines Workshops im Rahmen des Ver.di goes digital Kongresses am 6. & 7.3.2020: Hate speech & fake news: Wie kriegen wir wieder mehr Menschlichkeit in unser Verhalten? Ulrike & Manuela von mehr FRIDA hatten die Ehre…

Anfang März, als die Corona-Krise bereits in aller Munde war, hat ver.di einen Digitalkongress durchgeführt, zu dem – selbstverständlich unter Präventivmaßnahmen – viele interessante Menschen kamen und sich rund um das Thema digitale Teilhabe, digitale Arbeit und mehr Menschlichkeit in digitalen Welten ausgetauscht haben.

Dieses Thema ist nun – gemessen am dem, was „da draußen“ wütet – in den Hintergrund gerückt und erscheint uns so fern wie noch nie Irgendetwas, das mal eben so verschwindet. Das Lieblingskuscheltier unter dem Bett oder so ein gaaaanz wichtiger Gedanke, den man grade Jemandem gerne mitgeteilt hätte.

Diese Übermedialisierung des COVID19-Virus scheint jeden Menschen in Beschlag zu nehmen, förmlich das Innerste nach Außen zu kehren, währenddessen immer noch und weiterhin Hass/Hetze, Relativierungen und fake news in den sozialen Medien vorherrschen.

In diesem Zusammenhang möchte ich gerne auf unsere Grund- und Menschenrechte aufmerksam machen. Trivial betrachtet ist es – neben dem Ding mit der ach so unantastbaren Würde – jedem Menschen möglich, die eigene Meinung ohne Rücksicht immer und zu jeder Zeit zu äußern. Meinungen verschwimmen in diesem Zusammenhang zu gefühlten Wahrheiten und so nehmen Falschmeldungen ihren Lauf… es ist ein ewiger Kreislauf. Passt einem Menschen die soeben vermittelte, andere Meinung nicht in den Kram, wird nicht etwa mit genügend Abstand vorsichtig nach den Hintergründen gefragt, sondern ganz zeitgemäß mit allen Mitteln der Kunst „argumentiert“, versucht zu überzeugen und bei Misserfolg die Integrität und Intelligenz der/s Anderen zu beleidigen. Die Tastatur ist zur Waffe geworden – der Schützengraben das eigene Wohnzimmer mit dem Sicherheit vermittelnden Bildschirm vorm Hirn.

Mir persönlich liegt grundsätzlich nichts ferner als Kriegspropaganda – und metapher zu nutzen. Aber war und ist es nicht fühlbar in etwa so?

Vor allem für Menschen, die komplett schutz- und hilflos der Fülle an negativen Emotionen gegenüberstehen. Das Virus macht Angst. Und die Angst macht hilflos. Diese Hilflosigkeit lässt eigens gesetzte Grenzen aufbrechen, die wiederum Unsicherheiten erzeugen. Diese Unsicherheiten werden von der medial verorteten Ursache in die Realität übertragen. Angst um das eigene Leben ist eines der fürchterlichsten Erfahrungen, die Menschen zugemutet werden.

Unsicherheiten tragen aber auch dazu bei, dass Menschen anfangen sich wehren. Und jeder Mensch wehrt sich auf andere, ganz eigene individuell gestaltete Arten und Weisen – die Einen versuchen es mittels Gesetzen, die seit der Entstehung der Bundesrepublik den Menschen richtungsweisend zur Seite stehen sollten. Dazu bedarf es jedoch eines transparenten Rechtsverständnisses von Seiten der ausübenden Organe. Dass dies leider nicht oft genug gelingt, zeigt das Beispiel Renate Künast, die 3 Anläufe brauchte, um persönliche Beleidigungen und volksverhetzende Inhalte in den Kommentaren auf ihren Social Media Kanälen (ein Straftatbestand lt. StGB) endlich auch als Solche zu ahnden. Die Meldung über ihren Erfolg ging natürlich unter… was ich persönlich sehr bedauerlich finde. Bin ja selbst betroffen… bisher ohne Erfolg.

Was auch unter geht, sind die unsäglich dummen und gefährlichen Äußerungen der blau-braunen Partei AfD – das ist nicht schade und wir sollten die Zeit des Virus dazu nutzen, um solche Strömungen einfach beizubehalten. Aber selbst jetzt schafft es diese Partei das Virus so subtil, dass es schon fast weh tut, zu nutzen, um die Grundfesten der Menschlichkeit zu zerstören.

Mehr möchte ich nicht zu meiner politischen Ausrichtung mitteilen.

Ich habe vom Virus gesprochen – Corona oder Hass ?!

Lasst uns nun beginnen, in dieser besonderen Zeit die Grundlagen für eine weitgehende Zeichensetzung hin zu mehr Menschlichkeit und Miteinander zu schaffen. Wir dürfen uns nicht mehr aufgrund von rechtspopulistischem Geschwurbel auseinander treiben lassen.

Niemand braucht Angst zu haben! Sofern immer Jemand da ist, der die Hand reicht und auf liebe- und verständnisvolle Art Sicherheit und Wohlbefinden vermittelt.

Das gilt online und offline.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s