Let´s talk about Sex – Part II

Im frischen Alter von etwa 16 Jahren bin ich über eine etwas ältere Schulfreundin zu meiner Liebe zur Farbe Schwarz, der Gothic mit alle dem dazugehörigen Drumherum gekommen.

Das war die beste Entscheidung meines Lebens.

Bis heute – mit einer kleinen zeitlichen Ausnahme während meiner Ehe – trage ich ausnahmslos schwarze Klamotten, höre Musik, die nicht jede*r hören mag (und das ist auch gut so!), führe am liebsten stolz meine Korsetts aus und vermisse seit etwa 8 Monaten schmerzlich meine Fetisch-Parties und mein WGT in Leipzig.

Auf diesen Feierlichkeiten habe ich gefühlt schon Alles gesehen und teilweise selbst erlebt: 

wunderschöne weiblich gelesene Menschen, die sich tanzend ihre nackten Hintern verhauen

männlich gelesene Menschen, die wie Hündchen hinter ihren Herrinnen den ganzen Abend auf Knien verbringen

bildschöne nackte, gestählte Körper, die von Piercings an Stellen versehen wurden – holla die Waldfee

humanoide Echsenmenschen ohne Aluhut

Liebe

körperliche Liebe

Individualismus

ganz viel mehr Liebe

Einzigartigkeit

Toleranz

Mut

pures Glück

Sicherheit

Niemals wurde ich dumm von der Seite angelabert. 

Niemals wurde ich bewertet. 

Niemals brauchte ich mich für mein Selbst und meine Neigungen zu rechtfertigen.

Niemals hatte ich Angst um mich und meine körperliche und seelische Unversehrtheit.

Ich kann nicht sagen, warum es in meiner Szene so anders ist. Und es ist so anders. Ich würde ja an dieser Stelle gerne sagen, dass ich jede*n Interessierte*n auf eine Reise mitnehme…

Was ich aber sagen mit Fug und Recht behaupten kann, ist, dass ich nur für Menschen, die sich mit ihrer kompletten liebevollen Hingabe für den Eintritt in eine Szene entscheiden, die auf den ersten Blick abschreckend sein mag, Verständnis habe.

Und hier bringe ich gerne mein vorgenanntes Beispiel des Herren aus dem 1. Teil meiner diesbezüglichen Gedanken ins Spiel. 

Stereotypisch geprägte Machtpositionen ausnutzen, um über Jahre psychisch gequälte Frauen physisch mit scheinbarer Legitimierung weiter zu quälen, ist bei Weitem nicht das, was wir gesellschaftlich gutheißen dürfen.

„Seine“ Frauen begeben sich ja eigentlich von alleine, aus vermeintlich freien Stücken, in seine Hände und Werkzeuge.

„Die wollen das ja!“

Aber aus seinen eigenen Schilderungen heraus kann ich behaupten, dass diese vermeinliche Freiwilligkeit eine Medaille mit 2 Seiten ist. Und nur ihn persönlich aus einer gewissen Haftung entlässt.

Das ist nun einfach mal so zu akzeptieren.

Mag sein – es gibt sehr viele Graustufen bei diesem Thema. Viele davon habe ich auf meinen nächtlichen Streifzügen erleben, mitzeichnen dürfen und bin sehr dankbar für diese vielfältigen Erfahrungen.

Ich würde niemals einem Menschen die eigene sexuelle Identität absprechen. Wie auch immer die aussieht und gelebt wird.

Aus diesem Grund: passt auf euch auf. 

Lebt, liebt und macht das, was euch glücklich macht. 

Aber schaut auch bitte auf eure Gegenüber und hinterfragt Dinge.

Nichts geschieht ohne Grund.

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