Let´s talk about Sex – Part III

Ich habe beschlossen eine kleine Reihe über das große Thema Sex in meiner kurzweiligen Art damit umzugehen zu verfassen. Das kommt aber nicht chronologisch – es gibt Wichtigeres zwischendurch.

Hier ist also schon 3. Teil.

Ich oute mich als Misanthropin. 

Im Grunde mag ich keine Menschen. Wirklich nicht.

Menschen im Allgemeinen sind laut, bösartig, dumm wie 3 Meter Feldweg, egoistisch und immerzu im Weg. Egal, wohin der führt.

Dummerweise lebe ich einer Großstadt mit viel zu wenig Wegen und viel, viel zu wenig Platz für Menschen mit dieser Abneigung.

Und ich bin permanent von Menschen im Allgemeinen umgeben. 

Und ich möchte dennoch zugeneigt sein.

Ich habe wunderbare Freund*innen, lebe mit dem überhaupt mal wunderbarsten aller Menschen im Speziellen zusammen und habe 3 neue Menschen selber hergestellt. 

Und nun steh ich da.

Permanent im Konflikt. Mit mir selbst.

Sex hat das Ganze in der Vergangenheit teilweise ziemlich gut sowohl in positiver als auch in negativer Art kompensiert. 

Auf der einen Seite habe ich meinen Teil zum Beitrag einer positiven Berichterstattung feministischer Aufgabenerfüllung geleistet, zum Anderen bin ich hin- und hergerissen, weil ich im direkten Kontakt mit mir oftmals völlig unverständlichen Menschen  – Männern – in solchen Situationen, wie sie nunmal nur beim Akt an sich entstehen können, keine Antwort parat habe.

Mal ehrlich – dieses Rumgeruckel während er sich wirklich Mühe gibt, mir im Sinne seiner – vermutlich aus irgendeinem billigen Porno ersehenen – Position heraus Lust zu verschaffen, ist teilweise wirklich rührend. Aber eigentlich ist nur bitter und erbärmlich.

Was für eine Sexualbildung haben wir denn?

Gar keine – richtig.

Ich stöhne doch nicht wild und hemmungslos rum, nur weil sich das mal jemand für einen billigen Porno – ein Typ vermutlich – ausgedacht hat?! Und ich stehe bestimmt nicht auf dieses wilde Rumgeruckel in Positionen, die mir schon währenddessen Gedanken darüber bereiten, welche Schmerzcreme ich hinterher dafür nun anwenden muss, damit das mal weggeht…

… bitte versteht das hier einfach als kurzweilige Zeilen. Ich werde mich definitiv nicht dafür rechtfertigen, noch mein Liebesleben in allen Höhepunkten ausbreiten. Ich will weder Zustimmung noch Mitleid.

Ich habe einen Womanizer. 

Den gab´s in meinem Amorelie-Adventskalender, den ich mir selber geschenkt habe vor einigen Jahren. 

Das kleine Teil bringt mich fast jeden Tag um den Verstand. 

Wann ich will.

So oft ich will. 

Wie ich will.

Weil ich das so will. 

Alleine. 

Nur das Teil und ich. 

Meine Beziehung zu diesem wundervollen, phantastischen Menschen, den ich glücklicherweise an meiner Seite schätzen darf, hat damit nichts zu tun.

Das Schöne nämlich daran ist, dass das Teil im wahrsten Sinne des Wortes ein Teil ist.

Das Teil hat keine Erwartungen. Denkt sich nicht: Wie sieht die denn aus? Wieso riecht die jetzt so?! Was zur Hölle macht die da? Und… AAUUAAA… wenn ich mal wieder im Zuge eines Orgasmus´ um mich schlug und dabei …  naja, empfindliche Weichteile traf.

Das Teil hat keine Weichteile. Weder emotionaler noch physischer Art.

Es saugt einem das Letzt-verbliebene Vernunftbegabte aus dem Schädel – und mehr soll das auch nicht tun. Basta.

Orgasmen.

Selbstbestimmte Höhepunkte.

Perfekt.

Das Teil fragt auch keine Fragen, wie diese obligatorische nach dem Wohlbefinden oder dem Denken.

Bedienen wir mal in diesem Zusammenhang eine Plattitüde: Warum denken Typen eigentlich immer, dass Frauen immer Denkprozessen unterliegen?!

Es gibt unzählige Momente, an denen ich nicht denke. Und erst recht nicht daran denke, zu denken.

Ich fange nicht mit der Frage, nach dem “Wie war ich?” an. Als ich das erste Mal darauf antworten sollte, fand ich das ja noch witzig. Das ist nicht witzig, wenn mensch sich mal länger als 5 Minuten mit den Hintergründen beschäftigt hat.

Ich habe mir so lange stereotype Verhaltensweisen einreden lassen, dass ich sie fast selber geglaubt habe.

Dass ich nur als attraktive Frau – weiblich gelesen – besonders erfolgreich (aber nicht beruflich, das versteht sich von selbst) sein kann.

Dass ich froh sein könne, wenn mir ein mir wildfremder Typ hinterher pfeift und mir somit meine Attraktivität bestätigt.

Dass nur ein ausgefülltes – im wahrsten Sinne des Wortes, vor allem von Typen erfülltes – Sexualleben ein wirklich schönes Leben für Frauen ist.

Dass ich nur als Mensch gelte, wenn ich meine sexuellen Pflichten erfülle.

Es gibt so unzählig viele Beispiele, die mich in eine Schublade stecken. Und aus der wieder rauszuklettern und zu fragen:

Was zur Hölle stimmt denn mit Dir nicht?! – ist sehr anstrengend und hat ja wieder was mit der Beschäftigung mit Menschen im Allgemeinen zu tun.

Ein Kommentar zu “Let´s talk about Sex – Part III

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