Großes SORRY

Es folgt nun die Rede unserer Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel:

“Sehr verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich wende mich heute an Sie mit einer Entschuldigung.

Diese Entschuldigung wird alles umfassen, was ich in den letzten Jahren verbockt und politisch zu verantworten habe – deswegen wird´s nun etwas länger hier.

Wer hätte gedacht, dass ich in meinem letzten Jahr der Kanzlerinnenschaft auf solche Herausforderungen treffe. 

Eigentlich wollte ich ganz langsam immer einen Schritt weiter nach hinten machen, um dann ganz leise mit einem PLOPP die Tür hinter mir zu schließen.

Hätte niemand bemerkt. 

Ich hab das doch schon so schön vorbereitet.

Es lag ja alles still und ruhig in Deutschland – die Menschen gingen arbeiten und hielten die Klappe. Und die, die nicht arbeiten gingen, hatten eine solche Angst vor Repressalien der Agentur für Arbeit, dass sie auch lieber nix sagten.

Was die politische Opposition (und ja, dazu gehört auch diese … na, sag schon! … kleine Schwester, SPD) dazu sagte, war mir echt schnuppe. Ich konnte ja alles auf diesen Macho in russischer Lobbyisten Hand schieben, der Hartz4 zu verantworten hat! Und in welcher Partei war der nochmal?! Hmm?!!

Ich habe sogar zugelassen, dass sich dackelmotiv-krawattentragende Nazi-Opi´s mit ihrer dicken Wampe in die Stühle des Plenarsaales drücken können, damit sie nicht nur auf Familienfeiern mal „was von früher“ erzählen können. So konnte ich auch einen Teil der Menschen abholen, die sich soo gerne Opi´s Geschichten anhören. So kamen die wenigstens um das ganze Krankheitsgelaber drum rum.

War dann aber auch wieder nicht recht (HAHA <– recht).

Dass ich als in Westdeutschland geborene Frau im Osten eine beispielhafte Karriere und einen Doktor in einem absolut maskulin dominierten Beruf machen konnte – ja, ich kann verstehen, dass sich da viele, vor allem weiblich gelesene, Menschen Hoffnungen auf mehr Feminismus, Gleichberechtigung und Gleichstellung gemacht haben.

Aber wo kommen wir denn hin, wenn man mich nun als Feministin bezeichnet?!

Um Gottes Willen – um´s mit meinen christlichen Werten zusammen zu fassen.

Ich bin nur ein Mensch als Frau, die all die Nischen bewusst genutzt hat, um Macht zu erlangen. Das hätte jede Andere auch machen können. Deswegen diene ich bei Weitem nicht als Vorbild. Vor allem, jede*r, der/die mich kennt, weiß doch: Menschen an sich und ich —- wir vertragen uns nicht soooo. Es ist kompliziert.

Deswegen umgebe ich mich ja nur mit Menschen, die noch am wenigsten darüber zu identifizieren sind.

Wenn der Horst zum Beispiel mal wieder infantile Vorstellungen hat, dann kriegt er eben seinen Willen. So einfach ist das.

Was sollen er und ich denn machen? 

Und: Wo soll er denn hin?

Ist ja sonst keiner da, der hier den Job machen will.

Der Markus hat auch nur ne große Klappe. Mit nix dahinter.

Und Jens und der Andi – nun ja, bei denen ist es privat derart durcheinander, die sind eben mit solchen Dingen beschäftigt, als sich um wirklich wichtige politische Dinge Gedanken zu machen. Das gönne ich ihnen. Vor allem dem Jens, der richtet bestimmt richtig toll seine 4MIO Villa ein, die er mit dem Geld aus dubiosen Geschäften bezahlt hat.

Da freue ich mich auf die 1. Gartenparty zur Einweihung. Bestimmt ist der Julian auch da – der macht immer so freudige Schlagzeilen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Gut, ich schweife ab.

Auch dafür – großes SORRY.

Und jetzt haben wir den Salat.

Pandemie.

Alles bricht zusammen. Ach, es ist doch alles schon hin. Das war´s ja teilweise auch schon vorher – ihr wisst, was und wen ich meine.

Aussitzen is nicht mehr. Aber was soll ich denn machen? Ich kann doch nichts anderes (mehr).

Seit über einem Jahr reden ständig Wissenschaftler*innen, Epidemiolog*innen, Gesundheitsexpert*innen und diese Ministerpräsident*innen auf mich ein. 

Ich gebe zu, aus meiner persönlichen Sicht gebe ich natürlich allen Expert*innen Recht. Wir haben viel zu lange alles verschlafen, alles versemmelt, alles klein geredet, nicht zugehört, nichts Adäquates umgesetzt und uns immer nur im Kreis gedreht.

Ich habe unterschätzt, wie groß das Vertrauen in mich als Kanzlerin war.

Ihr kamt extra auf die Idee mit der „Mutti“. Jede*r wünscht sich doch eine Mama, die schützend ihre Arme um einen legt, wenn´s mal nicht so dolle läuft. Ich denke, da sprach ein ganz tieferes Bedürfnis aus euch in Sachen Namensgebung.

Ich habe unterschätzt, welche Sprengkraft an Zuversicht ich hätte spenden können, wenn ich auch nur 1x ehrlich und offen über all unsere Fehler & Verfehlungen gesprochen hätte.

Bei allen Menschen.

Nun ist es zu spät.

Das tut mir leid.

Demnächst werden Kinder volljährig, die nur eine Frau an der Spitze ihres Landes kennen und daheim komplett ausgebrannte Mütter im HomeOfficeSchoolingBetreuing, die absolut überhaupt gar nichts davon haben. Ich meine, ich bin ja keine Mutter – nur eure Mutti.

Und nun können sich nicht mal auf diese Frauen auf mich verlassen – weil ich sie verlassen habe.

Was denken die nur von mir?

Ich mache mir da viele Gedanken drüber – vor allem nachdem mir Joachim beim Abendessen regelmäßig seit einem Jahr sprichwörtlich den Kopf wäscht.

Ja, es ist wirklich wirklich wirklich wirklich wirklich wirklich alles schief gelaufen, was nur schief laufen kann.

Einer machtvollen Frau darf das nicht passieren.

Denn: leider stehen hier nun noch weitaus inkompetentere Typen bereit.

Ich will gar nicht daran denken – vielleicht ist auswandern eine gute Option für meine Rente.

Daher: ENTSCHULDIGUNG!!

UND: ANNA LENA – MACH DU NUN!!! ICH ZÄHL AUF DICH!!!“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s