Menschsein

„Sie fragen: Was bist Du?

Göttin sagt: Ich bin.

Sie fragen: Was … bist Du?

Göttin sagt: Ich bin.

Was bist Du???

Bist du glücklich?

Bist Du traurig?

Bist Du Glaubende*r?

Bist Du Zweifler*in?

Bist Du jung?

Bist Du alt?

Bist Du gut?

Bist Du böse?

Bist Du dunkel?

Bist Du hell?

Bist Du richtig?

Bist Du falsch?

Bist Du tiefsinnig?

Bist Du oberflächlich?

Bist Du mutig?

Bist Du schwach?

Bist Du gebrochen?

Bist Du ganz?

Bist Du weise?

Bist Du dumm?

Bist Du krank?

Bist Du geheilt?

Bist Du verloren?

Bist Du gefunden?

Bist Du verrückt?

Bist Du genial?

Bist Du gefangen?

Bist Du menschlich?

Bist Du lebendig?

Bist Du sicher?

Ich bin.

Ich bin.

Ich bin.*

Ich darf sein.

Alleine der Versuch einer Beantwortung von auch nur einem Teil der Fragen stellt sicherlich jede Person vor eine große Herausforderung.

Bedeutet es doch, ehrlich und wahrhaftig mit sich selbst zu sein.

Das ist schmerzhaft – wir haben das ja nie erlernt.

Doch dieser Schmerz lässt uns wachsen, sofern wir bereit sind diesen so anzunehmen, als das er sich darstellt.

Schmerzen – die haben wir Alle. Tagtägliche kleine Stiche irgendwo und irgendwie bereiten uns immerwährende Schmerzen, mit denen wir alleine sind. Abends oder nachts besonders – wenn niemand da ist, der/die bereit ist sich diesen Schmerzen anzunehmen.

Also schlucken wir sie weg.

Oft reicht da Speichel – manchmal ist es etwas Extrahiertes aus Pflanzen mit hohem Ethanol-Anteil oder andere Pflanzenerzeugnisse, die in geräucherter Form inhaliert werden können. Einen emanzipierten, verantwortungsbewussten und offenen Umgang damit haben wir wie auch mit modernen Medien nie zugewiesen bekommen. Und sollte es dann doch mal zur Sprache kommen, wird es uns eh abgesprochen, weil es ja immer mindestens eine Person gibt, die da eh viel besser Bescheid weiß…

Und so kommt es dann immer wie es kommen muss: 

Offen aussprechen und damit unsere Umwelt be- und möglicherweise überlasten, trauen sich die Wenigsten – dabei wäre es so wichtig. Auch als Zeichen, dass Mut und Menschlichkeit nicht nur einseitig sondern eben auch von oben, unten, rechts und links aus betrachtet werden kann.

Also nehme ich meinen Schmerz und lasse ihn sein.

Ich darf sein.

Ich bin.

Ich bin.

Ich bin.

Vor allem Frauen* definieren sich gerne über Rollen, die sie sich selbst geben oder die ihnen zugesprochen werden. 

Du bist Mutter.

Was passiert mit Dir, wenn die Kids aus dem Haus sind?

Du bist Ehefrau.

Was passiert, wenn sich Dein toller Ehemann entscheidet, Dich gegen was Anderes einzutauschen?

Du bist Single.

Und?? Was ist damit???

Ich darf sein.

Du darfst sein.

Du bist.

Ich bin.

Ich bin mir sicher, dass Frauen* auf alle Fragen Antworten finden, für alles Unvorgesehene einen richtungsweisenden Weg, für Wunden immer das passende Pflaster, für Tränen immer das weichste Taschentuch & für alle Sorgen, Ängste und Nöte immer 2 Arme haben, die Dich fest und wärmend drücken.

Würden Frauen* all dies wirklich leben, würde unsere Welt, wie wir sie heute kennen, einstürzen und etwas Wunderbares & Phantastisches würde entstehen. 

Wir würden wahrhaftiger, leibhaftiger, zarter und freier leben können.

Wir alle. Zusammen.

“Ich will Zeit, um aufzuatmen.

Ich will Erholung, Frieden, Leidenschaft.

Ich will gutes Essen und echten, leidenschaftlichen, intimen Sex.

Ich will Beziehungen ohne Lügen, Ängste und Scham.

Ich will mich wohl in meiner Haut fühlen.

Ich will gesehen und geliebt werden.

Ich will Freude und Sicherheit für meine Kinder und für die Kinder von allen anderen.

Ich will Gerechtigkeit für alle.

Ich will Hilfe, Gemeinschaft und Verbindung.

Ich will genug Geld und Macht, um endlich keine Angst mehr zu haben.

Ich will in mir meine Bestimmung finden und sie voll und ganz leben.

Ich will in den Nachrichten weniger Leid und mehr Liebe entdecken.

Ich will die Menschen in meinem Leben sehen und dabei wirklich SIE sehen und SIE lieben.

Ich will in den Spiegel schauen und dabei wirklich mich sehen und mich lieben.

Ich will mich lebendig fühlen.”**

Mehr ist dem nicht hinzuzufügen.

*aus: Ungezähmt: Glennon Doyle, S. 343f.

** aus: ebenda, S. 135.

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